Geschichte

Casa ASOL 2012 Die Casa Hogar (span.: „Wohnheim“) Estudiantil ASOL wurde im Jahr 1989 von dem mittlerweile pensionierten Lehrer und Österreicher Werner Römich und dem Guatemalteken, Gründer und ehemaligen Direktor des Colegio Viena Guatemalteco, Marco Roca, und mithilfe finanzieller Mittel, die unter anderem von österreichischen Organisationen, wie der Solidarität mit Lateinamerika (SOL) Steiermark, der SOL Oberösterreich, der SOL Wien, des weiteren den Ländern Oberösterreich, Steiermark, Tirol und anderen Finanziers aufgebracht wurden, ins Leben gerufen. Die Kosten dafür wurden in den Anfangsjahren ausschließlich von Spenden aus dem Aus- und Inland abgedeckt; erst mit Ende des Jahres 1997 sollten Paten und Patinnen aus Österreich folgen, die seither die monatlich anfallenden Aufwendungen pro Kind tragen.

1990 öffnete die Casa Hogar Estudiantil ASOL sodann ihre Pforten in einem alten Haus der Zone 1 der Hauptstadt Guatemalas und beherbergte darin 7 Kinder, die alle auf Basis von Stipendien im Colegio Viena zur Schule gingen. 1992 kam es zur Gründung der rechtsgültigen, guatemaltekische Gesellschaft Asociacion Solidaridad para la Educación y la Cultura – ASOL, die bis heute Projektträgerin der Casa Hogar Estudiantil ASOL ist. Innerhalb der folgenden 2 Jahre wuchs das Projekt heran. Eine Übersiedelung in die Zone 16 war nicht nur aus Platzgründen, sondern auch aus Gründen der Nähe zum Colegio Viena die logische Konsequenz. Im Anschluss an die Neuerrichtung des Gebäudes wurde das Grundstück weiter erschlossen. So wurde ein hauseigener Brunnen gegraben und Strom in die Casa Hogar eingeleitet. Auch ein Betonsportplatz, der sowohl als Basketball-, Fußball- als auch Volleyballfeld benutzt wird, konnte im weiteren Verlauf der Zeit mit Subventionsgeldern des Österreichischen Bundeskanzleramtes (Sektion Sport) und des Österreichischen Bundesministeriums für Landesverteidigung errichtet werden. Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der Einrichtung war die Inbetriebnahme der vom Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Sport (BMUKS) gespendeten Solaranlage im Jahr 1997. Seither ist die Casa Hogar Estudiantil ASOL mit Warmwasser versorgt.

Ausbau der CasaDie Jungs beim Blödeln Die letzte große Erweiterung erfolgte im Jahr 2009, als auf das bis dahin einstöckige Gebäude mittels finanzieller Unterstützung der Steiermärkischen Landesregierung ein zweiter Stock aufgesetzt wurde. Somit wurde der stetig steigenden Kinderanzahl Folge geleistet und für rund 30 Kinder und Jugendliche Platz gemacht.

Seit ihrer Gründung im Jahr 1989 wurde die Casa Hogar Estudiantil ASOL bis 2005 von Marco Roca geleitet. Sodann wurde diese Funktion von Prof. Jorge Efrain Pérez, seit Jänner 2012 von dessen Gattin, Martha Rosales de Pérez, ausgeübt. Ebenfalls seit Beginn der Geschichte der Casa Hogar ASOL ist die Direktion der Junta Directiva (Aufsichtsgremium) unterstellt, welche die Strategieausrichtung der Casa vorgibt. In der operativen Umsetzung, also in der täglichen Betreuung der Kinder und Jugendlichen, wird die Direktion seit dem Jahr 1995 von Freiwilligen – auch Voluntarios (span.: VolontärInnen) genannt – unterstützt. Unter diesen ehrenamtlichen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen befanden sich zu Beginn auch junge Männer aus Deutschland, die ihren Zivilersatzdienst im Ausland ausübten. Seit Ende der 1990-er Jahre kooperiert die Casa Hogar ASOL mit dem Verein Österreichischer Auslandsdienst, der jährlich einen österreichischen Zivilersatzdiener in die Casa Hogar ASOL entsendet. Das Team der Volontäre und Volontärinnen wird stets durch ein bis zwei weitere freiwillige Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen vervollständigt.

Konstruktionen am DachKonstruktion des neuen Obergeschoßes Die Casa Hogar ASOL kann bereits auf fast ein Vierteljahrhundert Geschichte zurückblicken, aus welcher wiederum mehr als 80 individuelle Erfolgsgeschichten hervorgegangen sind. So ist die Casa Hogar ASOL stolz darauf unter anderem Ärzte und Ärztinnen, Lehrer und Lehrerinnen, Juristen und Juristinnen, etc. zu ihren ehemaligen Kindern zählen zu dürfen. Dafür gilt der Dank allen Paten und Patinnen, Spendern und Spenderinnen sowie all jenen, die die Casa Hogar ASOL auf diesem Weg auf welche Art und Weise auch immer unterstützt haben. Gleichzeitig hoffen wir, dass sich auch in der Zukunft derartig viele Menschen für dieses Projekt begeistern und somit guatemaltekischen Kindern und Jugendlichen weiterhin eine Chance auf eine qualitativ hochwertige Ausbildung und folglich Zukunft geboten wird.